Münchener Biennale - Festival für neues Musiktheater
Organism: „In Turbulence Set 1“
Solokonzert mit einer hundertjährigen Pfeifenorgel, die robotergesteuert so präpariert wurde, dass sie turbulente Klangmuster erzeugt. „Organism“ ist ein experimentelles Instrument, das die sozio-historische Tonalität der Orgel – den Triumph der Zivilisation über die Turbulenzen der Natur – auflöst, um ihre verborgene turbulente Materialität freizusetzen und zum Klingen zu bringen. Eine Casavant-Orgel aus dem Jahr 1910, die vor der drohenden Gentrifizierung an einem Kulturdenkmal in Montréal gerettet wurde, wurde in ihrer pneumatischen Architektur so modifiziert, dass aerodynamische „Kantenton“-Stabilisierungen entfernt wurden, die historisch darauf abzielten, turbulente Strömungen und deren unkontrollierbare Klangwelt zu eliminieren. So werden durch Robotik lange unterdrückte Klangfarben freigesetzt, die nach Jahrhunderten der klanglichen Unterdrückung nun neu zu hören sind. In dieser akustischen Solo-Performance improvisiert Navid Navab mit „Organism“, um Wege zu erkunden, wie dessen turbulente Schwellen instabile Klangfarben und eine komplexe klangliche Selbstorganisation manifestieren
Navid Navab (IR/CA) gilt als antidisziplinärer Komponist und Medienalchemist mit einem Hintergrund in zeitgenössischer Musik, biomedizinischer Sonifikation und philosophischer Biologie. Durch eine forschende ArtScience-Praxis inszenieren Navabs jüngste Werke akribisch unheimliche Ordnungsformen, indem sie Maschinen durch die Verschmelzung mit der anregbaren Dynamik der Materie mit einem Gefühl von Lebendigkeit erfüllen.
Leila Bordreuil: Die in Brooklyn lebende französisch-amerikanische Künstlerin Leila Bordreuil nutzt das Cello als primäres Medium, um eine intensive Musik zu schaffen, die sich fließend zwischen Noise, zeitgenössischer Komposition, Improvisation und Drone bewegt, ohne sich an festgelegte Kanons zu binden. Bordreuil stellt konventionelle Herangehensweisen an ihr Instrument in Frage und nutzt extreme Verstärkung um Ströme von Noise, angespannte Stille und eine melancholische Aura zu erzeugen, die ihren Klangfluss durchzieht. Ihre panoramische Sicht auf Form und Genre spiegelt sich in ihren vielfältigen Kooperationen mit Künstlern wie Laurel Halo, Lee Ranaldo und Tamio Shiraishi wider.
Kuratiert von Dietmar Lupfer – eine Kooperation der Münchener Biennale 2026 und dem Muffatwerk München
Fri 15.05.
Festival
Door Time: 22hour Show Time: 22hour
Location: AmpereMunich
Eintritt frei
Veranstalter: Muffatwerk in Kooperation mit der Münchener Biennale 2026
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